Historie

Vom Ingenieurbüro zum international tätigen Softwareunternehmen

Dipl.-Ing. Michael Wohlmuth und Dr.-Ing. Hendrik Schafstall gründen 1995 ein Ingenieurbüro unter dem Namen FEMUTEC Ingenieurgesellschaft mbH. Unternehmensgegenstand sind die Anpassung, die Weiterentwicklung und der Vertrieb von Simulationslösungen für die Metallumformung in den Hauptanwendungsfeldern Warm- und Kaltmassivumformung.

 

Die Gründergeschichte

Michael Wohlmuth und Hendrik Schafstall lernen sich im Institut für Konstruktions- und Fertigungstechnik an der Universität der Bundeswehr in Hamburg (heute Helmut-Schmidt-Universität) kennen: Michael Wohlmuth als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hendrik Schafstall als Doktorand. Sie arbeiten beide an Themen der Massivumformung.

Die Geschäftsidee für die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens entstand auf der CeBIT 1994 in Hannover: „Wir stellten dort Forschungsergebnisse zu vollautomatischen 2D-Simulationen einfacher Umformprozesse vor und merkten schnell, dass wir damit offenbar Lösungsansätze gefunden hatten, die in der Industrie auf hohes Interesse stießen.“

Ermutigt und unterstützt durch den damaligen Lehrstuhlinhaber Professor Arno Behrens – nicht zu verwechseln mit seinem Sohn Bernd-Arno Behrens (IFUM Leibniz Universität Hannover) – gründen Michael Wohlmuth und Hendrik Schafstall am 1. Januar 1995 das Ingenieurbüro Femutec.

Mit ihren Ingenieursdienstleistungen für die Umformtechnik richtet sich die junge Firma an Unternehmen auf dem deutschsprachigen Markt. Als Standardwerkzeuge für die Simulation legt sich FEMUTEC frühzeitig auf die Softwareprodukte MARC / Autoforge – später MSC.SuperForm (Umformen) und MSC.SuperForge (Schmieden) von MSC.Software fest.

 

MSC Software – Partner der ersten Stunde

MSC Software (kurz MSC) ist eines der ältesten Software-entwickelnden Unternehmen weltweit. Das US-amerikanische Unternehmen entwickelt seit 1963 CAE-Software für die Simulation und virtuelle Produktentwicklung. Mit seinem breiten Produktportfolio hat MSC eine herausragende Stellung am Markt. „Ausschlaggebender Grund für die Auswahl der MARC-Softwaretechnologie jedoch war die unübertroffen hohe Qualität der Solver, die das Herzstück der Software bilden“, erläutert Dr. Hendrik Schafstall. Solver sind spezielle Computerprogramme, die mathematische Probleme numerisch lösen können. „Die ersten Schritte mit MARC waren eine echte Herausforderung“, erinnert sich Michael Wohlmuth. „Wir hatten ein Dreivierteljahr Zeit, um für MARC eine damals eigentlich unmögliche 3D-Abbildung zu entwickeln.“ Doch zusammen mit ihrem ersten Angestellten Peter Kraft, der als Softwareentwickler eingestellt wurde und heute nach wie vor die Softwareentwicklung leitet, schafften sie es tatsächlich und erhielten in der Folge einen ersten lukrativen Auftrag von MARC. Seit 1999 ist MARC Teil von MSC Software.

In den ersten Jahren konzentriert sich FEMUTEC in seinen Projekten auf die Einführung von Simulationslösungen auf Basis von MSC-Software; Planung, Consulting und Projektmanagement machen das Kerngeschäft aus. Notwendige kunden- und projektspezifische Anpassungen der Software leistet das Engineering der FEMUTEC bereits selbst. Standort des jungen Unternehmens ist von Anfang an der Tempowerkring in Hamburg-Heimfeld.

Sieben Jahre nach der Gründung dann der erste Meilenstein: MSC Software und FEMUTEC gehen 2002 eine wegweisende Partnerschaft ein. Das Unternehmen wird exklusiver MSC-Kompetenz- und Vertriebspartner für die Simulationslösungen MSC SuperForm und MSC SuperForge im deutschsprachigen Raum. Als Folge beginnt FEMUTEC mit dem Aufbau einer eigenen Softwareentwicklung, zunächst fokussiert auf die Entwicklung von Zusatzfunktionen für die MSC-Softwareprodukte. Zu diesem Zeitpunkt zählt das Unternehmen acht Mitarbeiter.

Basierend auf der hohen fachlichen Kompetenz in der Simulationstechnologie und der jahrelangen Erfahrung in der Umformtechnik gelingt es FEMUTEC, die Software am Markt zu etablieren und den Kundenstamm kontinuierlich zu erweitern, auch über die Grenzen der deutschsprachigen Länder hinaus.

Anfang 2007 schließlich folgt der nächste große Schritt in der Entwicklung des Unternehmens: FEMUTEC übernimmt den gesamten Geschäftsbereich Umformsimulation von MSC Software. Der Engineering-Dienstleister wandelt sich zu einem Softwarehersteller in einem hochspezialisierten Markt.

Von nun an geht es ganz schnell: Um die Kernkompetenz „Simulating Manufacturing“ bereits im Namen zu kommunizieren, firmiert FEMUTEC 2008 in Simufact Engineering um. Die Hamburger bauen die eigenständige Softwareentwicklung deutlich aus; sie übernehmen die Verantwortung für die bisherigen MSC-Produkte MSC SuperForm und MSC SuperForge und bringen sie unter dem Namen Simufact Forming neu an den Markt.

 

Simufact-Produkte: MSC-Solver inside

Seit 2007 sind unter dem Produktnamen Simufact Forming die bisherigen MSC-Produkte MSC SuperForm und MSC SuperForge zusammengeführt. Als OEM-Partner lizensiert Simufact die auf MSC Marc und MSC Dytran basierende Solvertechnologie von MSC Software. Die umformspezifische Business-Logik und die grafische Benutzeroberfläche (GUI) der Simulationssoftware entwickelt Simufact.

2007 gründet Simufact in Baunatal einen weiteren Standort, die Mitarbeiterzahl wächst auf insgesamt 20 Mitarbeiter an.

2007 beginnt Simufact mit dem systematischen Aufbau eines internationalen Reseller-Netzwerkes. Erste Channel Partner gewinnt Simufact in Japan, Korea und Europa. Zeitgleich wird Simufact Americas mit Sitz in Plymouth, Michigan, gegründet.

2012 folgt dann die Gründung von Simufact India, 2014 ein Representative Office in Tokio, Japan.

Heute ist Simufact mit seinem Netzwerk aus eigenen Standorten in Deutschland, MSC-Standorten sowie über 20 Channel Partnern weltweit vertreten und kann seine Kunden flächendeckend betreuen.

 

Seit 20 Jahren im hit Technopark am Tempowerkring

Wo bis 1960 noch die dreirädrigen Lieferwagen der Marke Tempo gebaut wurden, die dem Areal Tempowerkring bis heute den Namen geben, gründeten Professoren der TU Hamburg-Harburg in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Hamburg Mitte der 1980er Jahre den hit Technopark. Jungunternehmer, zumeist Absolventen der TUHH, fanden hier günstigen Mietraum für Forschung, Entwicklung und Produktion sowie technische und organisatorische Unterstützung. Wenige Monate nach der Unternehmensgründung mietete Simufact Anfang 1996 im hit Technopark seine ersten Büroräume an. „Gestartet sind wir im Tempowerkring 1 auf zwölf Quadratmetern mit zwei Ikea-Schreibtischen“, erinnert sich Michael Wohlmuth. Es folgten sechs Umzüge innerhalb des Tempowerkrings, zuletzt Anfang 2014 in den Neubau Tempowerkring 19, verbunden mit einer Vergrößerung der Bürofläche auf heute 800 Quadratmeter. „Für unsere Kunden und Mitarbeiter war das sehr bequem, mussten sie doch lediglich ab und zu mal die Hausnummer ändern“, freut sich Michael Wohlmuth. „Die gute Infrastruktur und die flexiblen Möglichkeiten zur Erweiterung im direkten Umfeld waren wichtige Gründe, im Tempowerkring zu bleiben“, erklärt er.

Türschild Simufact im Tempowerkring 3

2010 bringt Simufact mit Simufact Welding, einer Simulationssoftware für Schweißprozesse, nach vierjähriger interner Entwicklung eine zweite Produktlinie auf den Markt. Die Software hat Simufact nach Vorgaben eines Arbeitskreises der deutschen Automobilindustrie von Grund auf neu entwickelt. Nachdem zunächst in erster Linie forschende Hochschulen zu den ersten Anwendern gehören, hat die Software 2014 in der Version 4 inzwischen eine funktionale Reife erlangt, die dem produktiven Einsatz in der anspruchsvollen industriellen Praxis den Weg ebnet.

Industrie 4.0

CAD und CAE im Wachstum, Industrie 4.0, Design as Manufactured:
Neue Trends geben der Fertigungsindustrie frische Impulse

Die Simulation von industriellen Umform- und Schweißprozessen ist ein spezielles Teilgebiet innerhalb des stark wachsenden Marktes für CAE-Anwendungen (Computer Aided Engineering). Moderne Technologien, insbesondere IT-Technologien, revolutionieren die industrielle Fertigung; diese Informatisierung der Fertigung, in Deutschland seit 2011 mit der Bezeichnung „Industrie 4.0“ veredelt, ist ein Zukunftsprojekt in der Hightech-Strategie der deutschen Bundesregierung. Die Branche hat Rückenwind.

Aber nicht nur in Deutschland bieten sich gute Perspektiven für ein weiteres Wachstum: In den stark industrialisierten, produzierenden Ländern Europas, in den USA, Japan oder Korea ist Simufact-Technologie längst weit verbreitet, andere Märkte wie China, Indien oder Südamerika sind im Aufbruch.

Als Tochterunternehmen des CAE-Anbieters MSC.Software und mit exzellenten Wachstumsperspektiven geht Simufact in das 21. Jahr seines Bestehens.

Timeline Simufact-Geschichte

1995: Gründung der FEMUTEC Ingenieurgesellschaft GmbH durch Michael Wohlmuth und Dr. Hendrik Schafstall
1998: Erste Kundenkonferenz „RoundTable“ in Bamberg, damals noch unter Federführung von MSC Software
2002: FEMUTEC Ingenieurgesellschaft mbH wird Kompetenz- und Vertriebspartner und erhält die exklusiven Vertriebsrechte für die MSC-Produkte MSC SuperForm und MSC SuperForge
  Anzahl Mitarbeiter: 8
2003: Beginn der eigenen Softwareentwicklung, zunächst mit Fokus auf die Entwicklung von Zusatzfunktionen für die MSC-Produkte
2005: Aufbau der Niederlassung in Baunatal (heute: Kassel)
2006: Beginn der Entwicklung von Simufact Welding, Simulationssoftware für Schweißprozesse
2007: FEMUTEC übernimmt den gesamten Geschäftsbereich Umformsimulation von MSC Software
Zusammenführen der MSC-Produkte MSC Superform und MSC Superforge und gleichzeitig Markteinführung des ersten eigenen Softwareproduktes Simufact Forming
2008: Umfirmierung in Simufact Engineering GmbH
Gründung Simufact Americas LLC, Sitz in Plymouth (MI), (Nähe zu Detroit)
Gründung des Solver Development Centers (SDC) in Detroit (MI), USA
  30 Mitarbeiter
2010: Simufact integriert die nichtlinearen CAE-Technologien MSC Marc und MSC Dytran in die Anwendung Simufact Forming (Dual-Solver-Technologie)
Markteinführung von Simufact.welding, Simulationssoftware für
Schweißprozesse
2012: Gründung Simufact India Pvt. Ltd. mit Sitz in Bangalore
  50 Mitarbeiter
2014: Umzug in einen Büroneubau im Tempowerkring 19
Eröffnung eines Representative Office in Tokio, Japan
Erste Kundenveranstaltung für Anwender von Simufact Welding
2015: MSC Software übernimmt Simufact
Simufact feiert sein 20-jähriges Firmenjubiläum
2016: Simufact bringt Simufact Additive an den Markt, eine neu entwickelte Lösung zur Prozesssimulation von metallbasierten, additiven Fertigungsverfahren
  60 Mitarbeiter
2017: Hexagon übernimt MSC Software und ihre Business Units

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